Schreiben

Summer Reading List

Sommer, Sonne, Sonnenschein… Wir befinden und mitten in der Urlaubszeit. Wien, Dubrovnik, Bali – egal welches Reiseziel, die Sommerliteratur darf nicht fehlen! Denn wie schon Heinrich Heine sagte: Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.

Bevor es in den wohlverdienten Urlaub geht, muss also eine entsprechende Bücherauswahl getroffen werden. Nachdem ich das ganze Jahr wegen des Studiums, eigentlich fast keine Zeit habe Bücher zu lesen, möchte ich das dann im Sommer immer alles nachholen. Mehrere angefangene Werke warten darauf, fertig gelesen zu werden. Also ist es an der Zeit, Entscheidungen zu treffen.

Hier seht ihr nun eine Auswahl meiner heurigen Summer Reading List:

Breaking News – Frank Schätzing

Tom Hagen, gefeierter Star unter den Krisenberichterstattern, ist nicht zimperlich, wenn es um eine gute Story geht. Die Länder des Nahen Ostens sind sein Spezialgebiet, seine Reportagen Berichte aus der Hölle. Doch in Afghanistan verlässt ihn sein Glück. Hagens Ruf ist ruiniert, verzweifelt kämpft er um sein Comeback. Drei Jahre später bietet sich die Gelegenheit in Tel Aviv, als ihm Daten des israelischen Inlandsgeheimdienstes zugespielt werden. Hagen ergreift die Chance – und setzt ungewollt eine tödliche Kettenreaktion in Gang …

Breaking News ist eine Mischung aus Thriller und Geschichtsunterricht. Die Geschichte Palästinas zu kennen, ist sicherlich von Vorteil, da es zeitweise sehr schwierig ist den Verwicklungen von religiösen, ethnischen und politischen Konflikten zu folgen. Frank Schätzings Art zu schreiben, ist sicherlich ein Pluspunkt an diesem Buch. Er versteht es komplexe Themen anschaulich darzustellen und sorgt mit kurzen, teilweise sehr schnell aufeinander folgenden Sätzen dafür, dass die Spannung aufrechterhalten wird. Die Abenteuer und scheinbar nicht enden wollenden Pechsträhnen des Reporters Tom Hagen, werden immer wieder durch längere historische Passagen, beginnend in den 1930er Jahren, unterbrochen.

Ich denke, dieses Buch ist eher für Lesebegeisterte geeignet, die historisches Interesse mitbringen. Diese Roman ist nicht die klassische Strandlektüre, die man in ein bis zwei Tagen ausgelesen hat. Trotzdem kann ich ihn sehr weiterempfehlen, nicht zuletzt auf Grund des, meiner Meinung nach, enormen Talents des Autors für das Schreiben. Das war das zweite Buch (neben Tod und Teufel), dass ich von Schätzing gelesen habe und es konnte mich wieder einmal davon überzeugen, diesen Autor hoch zu schätzen.

Endstation Venedig – Donna Leon

Eine Leiche schwimmt in einem stinkenden Kanal in Venedig. Und zum Himmel stinken auch die Machenschaften, die sich hinter diesem Tod verbergen: Mafia, amerikanisches Militär und geldgierige Geschäftsmänner sind gleichermaßen verwickelt. Commissario Brunetti muss sich anstrengen, um nicht selbst im Kanal zu landen. Wer Giftmüll verschwinden lassen kann, für den sind unliebsame Mitwisser kein Problem.

Eine leichte Lektüre für zwischendurch, ideal für einen Tag am Strand. Donna Leon erzählt eine solide Geschichte ohne große Höhen und Tiefen. Die Figur des Commissario Brunetti überzeugt mit Sympathie und Witz. Wer einen spannenden Krimi sucht, wird von Brunettis zweitem Fall allerdings enttäuscht.

Todeshauch – Arnaldur Indriðason

In einer Baugrube am Stadtrand von Reykjavík werden menschliche Knochen gefunden. Wer ist der Tote, der hier verscharrt wurde? Wurde er lebendig begraben? Erlendur und seine Kollegen von der Kripo Reykjavík werden mit grausamen Details konfrontiert. Stück für Stück rollen sie Ereignisse aus der Vergangenheit auf und bringen Licht in eine menschliche Tragödie, die bis in die Gegenwart hineinreicht. Während Erlendur mit Schrecknissen früherer Zeiten beschäftigt ist, kämpft seine Tochter Eva Lind auf der Intensivstation um ihr Leben …

Todeshauch ist der zweite Roman, den ich bereits von diesem talentierten Autor gelesen habe (neben Engelsstimme). Der Isländer überzeugt einmal mehr mit seiner Gabe für das Schreiben im Genre Krimi bzw. Thriller. Todeshauch ist ein klassischer „Pageturner“ der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Ein unglaublich schnelles Buch, das einen völlig in seinen Bann zieht. Der Geschichte wird durch historische Passagen große Spannung verliehen, gleichzeitig bewegt das Schicksal des Kriminalbeamten Erlendur.

Ich will nicht zu viel des Inhaltes vorwegnehmen – Todeshauch (so wie alle anderen Werke der Island-Krimi Reihe) ist für mich ein absolutes Muss auf jeder „Reading-List“!

Weit weg und ganz nah – Jojo Moyes

Einmal angenommen, dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Und du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher. Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast? Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?

Für die Freunde des leichten Liebesromans mit Happy End unter euch, ist dieses Werk ideal. Eine angenehm zu lesende Geschichte mit sympathischen Protagonisten und ehrlichen – aus dem Leben gegriffenen – Problemen.  Jojo Moyes schreibt im Stil Cecelia Aherns (PS: Ich liebe dich) und unterhält mit angenehmer Lektüre. Ein wunderbares Buch zum Mitfühlen (und -weinen) für den Sommerurlaub, das allerdings mit einem schnellen und einfachen Ende ein wenig enttäuscht.

 

 

 

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